dreierbahn

es war september, das erste wochenende, das auf den siebten des monats folgte. die kleine stadt feierte maria geburt. und das war schon immer so gewesen. die kirmes war höhepunkt des jahres, auf den auch wir seit wochen hinfieberten, den duft von gebrannten mandeln, den geschmack von bratwurst mit pommes oder fischbrötchen und die spielzeuge, die in trauben von den hochgeklappten seitenwänden der verkaufswagen hingen und zu denen wir immer noch neugierig hinüberschielten, immer darauf bedacht, unser kindliches interesse daran vor den freunden zu verbergen. und natürlich die raupe. wer hier oben stand, ging nicht mehr an der hand seiner eltern über den rummelplatz, bettelte seinen vater nicht an um ein paar mark für die chips der fahrgeschäfte oder eine zuckerwatte. wer hier auf der reling saß oder einbeinig stehend, das andere lässig auf die untere strebe gestützt, sich mit der bürste aus der brusttasche der jeansjacke durch das haar strich, war angekommen. wo, wusste keiner so genau.
trost dafür, keine chance bei der klassenschönsten zu haben, spendeten die bunten, sich in einem irren tempo drehenden lichter, an denen man sich schwindlig sehen konnte und die laute musik, die, oft noch verstärkt durch die alles übertönende, alles durchdringende sirene, mit ihrer immensen kraft das herz so weit öffnen konnte, dass es weh tat. aber die mädchen waren das wichtigste. hier standen sie, und man durfte sie ansehen, ab und zu einen blick erhaschen. eine unbeabsichtigte geste der güte uns gegenüber, uns, die wir immer als letzte noch auf der bank saßen beim wählen der mannschaften im sportunterricht, weil wir nicht schnell genug waren im zweikampf oder im tor stehend, angst hatten vor dem ball.

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dewueb


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