die krähen

markus‘ komposition „die krähen“ kam zu mir als mp3-demo per e-mail. ein trübsinniges stück musik, langsam, zäh, voller trauer und einsamkeit.
mein erster impuls war: ich gebe dem song, was er verlangt, und mache daraus das depressivste lied, das erdmöbel je gemacht haben und je machen werden. ich dachte an langgezogene, jammernde töne, schleppende rhythmen, dissonante harmonien. ja, sogar atonales schwebte mir vor.
doch es sollte anders kommen. sobald wir die ersten noten aufgenommen hatten, verselbständigte sich das arrangement. jeder baustein, klavier, schlagzeug, gitarren, war ein kleiner schritt in die entgegengesetzte richtung und es entstand die beschwingte hymne, die ihr jetzt hören könnt. quasi ein gegenentwurf zu dem berühmten syphilitischen krähengedicht von nietzsche aus dem jahre 18hundertschlagmichtot, das ihr oben seht, aus dem ich seinerzeit eine meiner ersten pubertären kompositionen schusterte. (markus allerdings behauptet, er kenne das gedicht nicht.)
was erdmöbel-musik kann: das allertraurigste lied noch mal verschieben.
schöne grüße
ekimas