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Und am Anfang war Bruce Hornsby? Ach, was können denn
Erdmöbel dafür, wenn die ersten Takte “Der blaue Himmel” wie ein
alternativer, besserer, weil nicht so elendig abgeschmackter Entwurf
dieses Radio-Fieslings “The Way it is” klingen? Dabei trifft natürlich
genau diese Zeile mitten in die Zwölf. Eigentlich ja sogar die Sechzehn.
Aber wir verzetteln uns.
Erdmöbel feiern eine Art ungleichgewichtige Zäsur. 2010, so wird
kolportiert, sei nunmehr das Jahr gewesen, das dem Kölner Vierer um
Markus Berges erst so richtig dem breiten Publikum näherbrachte.
“Krokus” hieß das schuldige Album seinerzeit und ließ Herzen wieder
einmal sperrangelweit aufblühen. Plötzlich war die niederrheinische
Antwort auf Bossa, Lounge und subversive Tanzmusik sogar bei Ina Müller
in ihrer Hamburger Edel-Kaschemme zu Gast. In wenig eloquenter Manier
postulierte die Süddeutsche Zeitung mit “die größte deutsche Band
unserer Tage” zwar ein verdientes Manifest. Zugleich widerfuhr der
Institution Erdmöbel damit aber scheinbar auch ein kleiner Teil dieser
weitverbreiteten, plakativen Hilflosigkeit, die in solch endlosem
Widerspruch zu den wohlfeilen Arrangements und der fingerspitzen Lyrik
Berges’ steht.
Zum Glück jedoch lautete ein weiterer Teil der Überschrift viel
treffender “Im Leben der Anderen” und lässt sich damit nicht annähernd
übertreffen. Denn Erdmöbel sind und waren (sogar wenn sie kurz mal
unverschämt gut nach Blumfeld klangen) lupenreine Beobachter jenseits
der simplen Befindlichkeitslinie. Oder einfach Begründer vieler
wunderschöner, funkelnder Antithesen zu klebrig-süßen
Poesie-Albumeinträgen. Wer beim Begriff “Erwachsenenpop” jetzt zuckt,
schaut bitte mal auf das sensationell humorige Cover-Artwork. Und in das
ausführliche Textbuch. Und erlebt dieses tolle Band-Historiendrama ab
nun nur noch im Nissan Diesel mit kalten Fensterscheiben. Ohne
einprogrammierten Bruce Hornsby-Radiosender.
KEL
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