Neues
von einem ewigen Geheimtipp. Von einer Band, die sich von Album zu
Album steigert, sich immer wieder neu erfindet und doch nie die
Aufmerksamkeit bekam, die ihr gebührt. Die Rede ist von Erdmöbel. Es
dürfte wenige Bands in Deutschland geben, die so eigenständig "ihr
Ding" durchziehen wie diese wunderbare Band aus Köln. Und dabei klingen
sie nie gleich! War ihr letztes Album "Altes Gasthaus Love" noch Pop,
der eine klare Richtung suchte, so haben Ekki Maas und Markus Berges
diese auf "Für die nicht wissen wie" klar gefunden: Die 60er. Denen
huldigen Erdmöbel in Form zweier Coverversionen von Burt Bacharachs
"(They Long To Be) Close To You" und Henry Mancinis "Nothing To Lose".
Allein schon die augenzwinkernde Übertragung dieser beiden Stücke ins
Deutsche lohnt die Anschaffung dieser Scheibe. Aber auch sonst haben
Erdmöbel gepflegte Lässigkeit am Start.
Erdmöbel erzählen kleine
Geschichten von den Dingen dazwischen, von Russischbrot, Eidechsen und
dem schwerelosen Leben eines Au-Pair-Girls. Dabei gelingen den Jungs
Bilder von trauriger Schönheit. In "Ich wollte, die Welt ginge immer
bergab" heißt es:"...uns trägt der Luftkurort Davos und Polens
Lohnniveau wie unsere Schlitten sind wir beide made in Anderswo."
Musikalisch aufwendig, doch nie zu dick aufgetragen kommen die Stücke
daher, Klavier, Posaune und das seltsam leichte Schlagzeugspiel
kreieren etwas wirklich Eigenes, trotz aller Zitate. Erdmöbels Welt
geht mit diesem großartigen Album sicherlich nicht bergab. Im
Gegenteil. Begeisterung ist angesagt. Wenn es fair zuginge, demnächst
in größeren Clubs.