elisabett.de
Dieser Sarg ist kein IKEA - Möbel, sondern mit feinstem Funier
versehen, innen gefüttert und so stabil gebaut das der Inhalt lange
frisch bleibt. Sozusagen Immergrün! Während ich auf die nächste Staffel
meiner derzeitigen Lieblingsserie "six feet under" warte, kann ich
jetzt wenigstens schön Musik hören... Das 1. Mal sah ich Erdmöbel am
12.05.1996 auf "Die Insel" in Berlin-Treptow, wo sonst. Das bisher
letzte Mal, vorige Woche im Frannz. Grossartig, wunderbar und
haarsträubend wie jede Band die live ihre neue Platte noch übertrifft.
Songs wie Brilliante, nein eigentlich eher wie ungeschliffene,
unbearbeitete rohe Diamanten. Sie funkeln erst bei genauerem hinsehen
(-hören). Erst wenn man sie putzt und poliert, wenn man in sie
hineinschaut, sich in sie fallen lässt, brillieren sie. Die Lieder
funkeln und spiegeln wieder als hätten sie nichts zu verlieren... Viele
Künstler schreiben Texte wie Bücher, Gedichte und Geschichten voller
tiefer Bedeutung ohne dass es sich reimt. Wenn man dagegen die Texte
von Erdmöbel nur liest ist man über deren Wirkung mit Musik und Gesang
dann vollkommen platt. Vielleicht das Geheimnis der Erdmöbel, die mich
durch ihr neues Instrument "Posaune" ein wenig an GUZ & Die
Aeronauten erinnern. Der Titelsong und 1. auf der Scheibe ging mir
schön nach dem ersten Hören tagelang nicht aus den Ohr-Hirn. Sie
wissen, wie man Lieder über die doch so wichtigen Unwichtigkeiten des
Lebens schreibt. Ein "Lied über Garnichts" oder wie es die Lassie
Singers mal sagen: "Irgendwas ist immer". Das Konzert, auch mit zwei
drei alten Hits geschmückt, kommt kurz vor den Zugaben zum Höhepunkt.
"Nah bei Dir/(They long to be) Close to you" im Orginal (die
rechtlichen Fragen sind jetzt wohl auch geklärt ;) von Burt Bacharach,
als größer Hit wohl eher von den Carpenters bekannt. Wer da keine
Gänsehaut bekommt hat kein Herzm kein Gefühl, keinen Sinn für Romantik.
Ein Lied, dass kniend seiner Freundin vorsingt oder wenigstens an sie
denkt. Das schönste "nebelig" der Popgeschichte... [fake