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Über
die Band Erdmöbel kann man sagen, was sonst nur als Kompliment für
besonders liebe Menschen reserviert ist: "Du bist was ganz besonderes."
Das
fängt schon beim Bandnamen an: Für Westdeutsche klingt er wie Poesie,
bleibt aber hermetisch wie ein Gedicht von Paul Celan. Wer dagegen in
der DDR aufgewachsen ist, kennt "Erdmöbel" als Umschreibung für Särge.
Aber
auch wenn der Bandname morbide klingt: Die Lebensfreude geht den Texten
und Melodien der Kölner Combo nie verloren - auch wenn die Texte in der
Regel nachdenklich bis zur Melancholie sind und das lyrische Ich selbst
in Glücksmomenten nicht aufhören kann, das Happy End zu hinterfragen
("Es ist genau wie ich mir es wünsche - Erbarmen"). Lachen in Moll eben.
Weil die Erdmöbel im besten Sinne etwas Besonderes sind, fällt es auch schwer sie musikalisch einzuordnen. Liedermacher sind sie, in dem Sinn wie der frühe Bob Dylan ein Liedermacher war. Musik, die nach Handarbeit klingt, oszillierend zwischen Schwere und Schweben. Dazu Texte, die nach moderner Poesie klingen, getränkt von der Anziehungskraft des Geheimnisvollen:
"Wie ein Kitz im Fernlicht
plötzlich im Kegel der Sätze dessen,
der dachte, er habe den Charme nicht verloren
und sieht: Bambi ist schon besoffen"
(Lachen in Moll)
Oder in dem Song "Tätowiert von Innen":
"Keiner ahnt was vom Geheimnis der Kassiererin
Denn wo kassierte je ein innen bläulich schimmernder Palast?
Wo ging ein Kunde je in wunderbare Fresken ein?"
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Nimmt
man den Titel der aktuellen CD "Fotoalbum" wörtlich, so finden sich in
diesem musikalischen Fotoalbum ungestellte Schnappschüsse auf Polaroids.
1. Keine Overdubs. Das heißt, alle gleichzeitig singen und spielen auf akustischen Instrumenten.
Anders ausgedrückt: Aufnehmen, wie zuletzt in den frühen 60er-Jahren üblich. Fazit: Eine CD, "genau wie ich es mir wünsche"! |
