TAZ - Thomas Winkler
Mitunter droht die Gefahr, das Unternehmen könnte sich zu weit ins
Schlagerhafte wagen. Da steht der Ich-Erzähler schon mal im "goldenen
Licht auf dem Markusplatz", aber die Idylle in Venedig wird gebrochen,
weil sich leider "der falsche Schatz" in den Arm kuschelt. Und wenn er
beim Bossanova die "ewge Liebe" findet, dann findet das im Aufzug
statt, und zwischen erstem Stock und Erdgeschoss folgt bereits die
Ernüchterung. [...] So halbbeteiligt näselnd will niemals Pathos
aufkommen, selbst wenn von blauem Himmel, großer Leidenschaft,
Gondelfahrten und anderen verranzten Klischees die Rede ist.
Schlussendlich aber kommt dann doch wieder die Traurigkeit des Daseins
durch. So spielen Erdmöbel den Soundtrack zu einem Morgen, an dem man
noch unentschieden zwischen Verzweiflung und Hoffnung in die Welt
blinzelt und sich dann trotz der allgemein erschütternden Weltlage und
des katastrophalen Girokontostandes doch lieber auf die Suche nach dem
kleinen Glück begibt. "Ich sag Ja und nicht Nein", singt Berges im
letzten Stück des Albums, "leicht ist die Luft und nicht Stein/ Ich
will lieber glücklich sein". Wer das will, und wer will das nicht, ist
herzlich eingeladen mitzusingen.